Am Gründonnerstag feierten die Pfarrgemeinden Waidhofen und Zell gemeinsam die Liturgie in der Pfarrkirche Zell. Der Gottesdienst wurde von Kaplan Luca Fian geleitet, der in seiner Predigt die Fußwaschung ins Zentrum stellte. Im Johannesevangelium steht nicht die Einsetzung der Eucharistie im Mittelpunkt des Abschiedsmahles Jesu mit seinen Jüngern. Der Evangelist erzählt stattdessen, wie Jesus die Rolle des Dieners übernimmt, der den anderen die Füße wäscht. Kaplan Luca betonte, dass dieses Zeichen zweifach zu verstehen sei. Einerseits sei es ein klarer Auftrag an alle Christen, ihren Mitmenschen in Liebe und Hingabe zu dienen. Andererseits gehöre auch die Bereitschaft dazu, selbst Hilfe anzunehmen und die eigene Bedürftigkeit zuzulassen. Erlösung, Heil und Befreiung könne sich der Mensch nicht selbst erarbeiten – sie seien Geschenk Jesu.
Um diese Botschaft auch sichtbar werden zu lassen, rief Kaplan Luca im Anschluss an die Predigt zwölf Personen aus den Bänken heraus, denen er die Füße wusch. Die Auswahl war bewusst vielfältig getroffen worden: Menschen unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Lebensbereichen sollten das ganze Volk Gottes repräsentieren.
Musikalisch wurde die Liturgie feierlich von einem Projektchor unter der Leitung von Thomas Schnabel mit der Choralmesse Nr. 2 von Ignaz Reimann und anderen Gesängen umrahmt. Der Projektchor wird am Ostersonntag erneut zu hören sein. Beim Osterhochamt um 18.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche Waidhofen singt er die Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart und setzt damit einen weiteren musikalischen Höhepunkt in der Feier des Osterfestes.